Das Gleason Grading basiert auf der Erkennung von histologischen Wachstumsmustern. Im Gleason Schema sind alle histologischen Wachstumsmuster des Prostatakarzinoms enthalten, die in fünf Grade unterteilt werden (Gleason Grad 1-5). Da Prostatakarzinome häufig mehrere Grade aufweisen können, ermittelt man aus der Addition der zwei häufigsten Grade, die in einem Tumor vorkommen, den Gleason Score (GS). Dieser reicht somit von GS 2 (1+1) bis GS 10 (5+5). Der führende Gleason Grad steht immer an erste Stelle; deshalb ist Gleason 4+3=7 ungünstiger als Gleason 3+4=7. Wenn in einem Tumor nur ein Gleason Grad vorkommt, wird dieser für die Bestimmung des GS einfach verdoppelt (z.B. Gleason 3+3=6). Die fünf Gleason Grade gehen kontinuierlich ineinander über; deshalb finden sich häufig die Kombinationen 2+3, 3+4, 4+5. Andere Kombinationen (z.B. Gleason 3+5) sind zwar theoretisch möglich, aber sehr selten. Die Gleason Grade 1 und 2 sind selten und werden fast ausschließlich in Prostatakarzinomen der Transitionalzone (siehe unten) diagnostiziert. Die relevanten Gleason Grade sind 3, 4, 5, wobei die Gleason Grade 4 und 5 den aggressiven Prostatakarzinomen zuzuordnen sind. Die häufigsten Gleason Grade, die heute in Stanzbiopsien und in der Prostatektomie diagnostiziert werden, bewegen sich zwischen Gleason 3 und 4 (GS 6 und 8). Die entscheidende Frage lautet: wie hoch ist der Anteil von Gleason Grad 3 und 4 an der Tumorerkrankung (GS 3+3, 3+4, 4+3, 4+4)?
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